Ein Monat ist nun seit dem Offline-Finale in Karlsruhe vergangen. Zeit für kleine Reflexionen! Felix ‚Möpel‘ spielt für Kit SC (ehemalig eSUKA Overclock) und berichtet ein bisschen von seiner Erfahrung beim großen Finale!

Frage: Ihr habt ja sonst immer nur Online miteinander gespielt. Wie ist es dann, plötzlich voreinander zu stehen und nebeneinander zu spielen?

Felix: Also es ist natürlich was ganz anderes. Vor allem, weil ich die ganzen Leute vorher noch nie so wirklich kennen gelernt habe. Ich habe von ein paar Leuten natürlich Fotos gesehen in der Gruppe, aber die meisten habe ich wirklich noch nie gesehen. War natürlich nett, sich mal untereinander kennenzulernen. Und auch vom Spielen: Sagen wir es mal so, die Leute, die im Team sind, sind alle sehr laute und lebendige Leute, deswegen hat man sich, obwohl man sich jetzt das erste Mal so gesehen hat, angemotzt, angefeuert. Also ich war eigentlich schon sehr zufrieden. Vor allem in unserem Team haben wir uns super verstanden. Auch, dass man sich danach noch gut verstanden hat, obwohl man nur Zweiter geworden ist, sich dann zusammen noch Counterstrike angeschaut hat, das war schon echt nett.

Frage: Hat sich dann auch an der Spielart etwas geändert? Ist man nervöser?

Felix: Es ist natürlich was anderes, wenn man das erste Mal auch auf die Monitore der Anderen gucken kann. Man kann dann natürlich direkt live sehen, was der Andere jetzt macht. Das kann man online natürlich nicht machen, weil Overwatch leider keine Replay-Funktion hat. Ja, ansonsten von den Spielweisen her: Es ist natürlich von dem Equipment eine große Umstellung. Ich hatte jetzt einige Probleme, mich an die andere Auslösung und so zu gewöhnen. Und ich denke natürlich, die ganze Koordination war anders, alle haben sich stark konzentriert. Es ist was ganz anderes als wenn man jetzt online ist. Es war jetzt aber nicht komplett anders als in den anderen Turnieren.

Frage: Ihr seid ja mit einer super guten Qualifikation in das Offline-Finale gegangen. Wie hoch waren eure Erwartungen, dieses Finale zu gewinnen und wie groß war dann die Enttäuschung, dass es nur Platz 2 wurde?

Felix: Wir haben im Team selber nie gesagt, dass wir gewinnen oder verlieren wollen, das haben wir jetzt nicht abgesprochen. Meine persönliche Meinung war aber, dass ich da hin gehe, um zu spielen. Das ist das Finale, aber wir haben auch öfters gegen unser Partner-Team trainiert, und ich muss ehrlich sagen, die haben sich stark gebessert. Ich bin eigentlich schon stark davon ausgegangen, dass wir Zweiter werden. Wir haben natürlich unser Bestes gegeben. Wir sind jetzt nicht mit der Einstellung reingegangen „Wir wollen einfach nur spielen“, sondern wollten trotzdem gewinnen. Aber es war eigentlich schon relativ klar, dass DNT da gewinnen wird.

Frage: Du kamst ja von weit her, mitten in der Klausurenphase. War es schwierig für dich, zu entscheiden, ob du nun für das Finale nach Karlsruhe fährst? Und was hat dich schließlich umgestimmt, einfach zu fahren?

Felix: Also, am Anfang habe ich natürlich erst so gedacht „Hm, Klausurenphase.. dann lass‘ ich es jetzt weg“. Habe dann auch beim Team angekündigt „Ich sage euch dann und dann Bescheid, sucht aber auf jeden Fall einen Stand-in für mich“. Mir fehlten dann auch genauere Infos, wann genau das stattfindet und wie das mit den Kosten aussieht. Ich habe aber auf jeden Fall vermittelt, dass ich gerne dabei sein möchte und habe mein Bestes gegeben, um dann an nähere Informationen zu kommen. Habe im Endeffekt wirklich ein bisschen Zweifel gehabt, ob ich wirklich bis nach Karlsruhe fahre.. Die lange Strecke, im Hotel übernachten,.. Aber hab‘ dann im Endeffekt gesagt, komm, es ist eine große Veranstaltung, man steht nicht immer im Finale, vielleicht ist es ja das letzte Mal, dass wir im Finale sind, und dann will ich wirklich schon sehr gerne mit dabei sein. Allgemein dann ja auch die ganzen Leute kennenlernen, dieses Offline-Play mal zu erleben.. Das ist ja schon so ein kleiner Traum, wenn man sich mal so überlegt, eSport und vor dem großen Publikum stehen.. Das ist schon so ein Traum, der wahr geworden ist.

Frage: Falls es wieder dazu kommen sollte, dass ihr im großen Finale spielen dürft, würdest du wieder hinfahren? Auch, wenn es wieder so weit weg stattfinden würde?

Felix: Auf jeden Fall. Ich muss sagen, es war sehr entspannt, mit Flixbus dahinzukommen. Ich würde es jetzt nicht jede Woche machen, aber die ein- bis zweimal im Jahr ist es auf jeden Fall ertragbar. Ich hatte auch noch sehr viel Glück mit meinem Hotelzimmer. Ob ich jetzt anders denken würde, wenn ich jetzt das größte Ranzzimmer bekommen hätte.. Aber im Endeffekt war der Aufenthalt da sehr schön!

 

Wir bedanken uns herzlich bei Felix und wünschen dem Team natürlich weiterhin viel Glück im Spiel! Vielleicht sehen wir sie ja schon beim nächsten Turnier!